Deine Laufjagd nach dem Gold der Azteken

Um die Azteken ranken sich seit jeher mythische Geschichten, doch wer waren sie wirklich? Kannibalistische Wilde oder doch eine hochentwickelte Kultur? Wer ist für ihren Untergang verantwortlich und wo ist deren Gold abgeblieben? Bei unserem Aztec Emperor Run vom 03.09.-05.09. nehmen wir dich mit, auf einen historischen Lauf durch die Geschichte der Azteken!

Die Anfänge einer komplexen Hochkultur

Vom 14.-16. Jahrhundert herrschten die Azteken über ein weitläufiges Reich in Mesoamerika, dem heutigen Zentral- und Südmexiko. Bevor sie sich ihre Herrschaft vom Pazifik bis zum Golf von Mexiko erkämpften, sollen sie ein nomadisches Volk aus Nordamerika gewesen sein. Von ihren Göttern geleitet, wanderten sie durch das Land, bis sie Zeugen eines besonderen Naturschauspiels wurden, das sie als Zeichen sahen, sich niederzulassen. Dabei handelte es sich um einen Adler, der auf einer Insel inmitten des Texococo-Sees auf einem Kaktus eine Schlang auffraß. Die Stadt, die nun gebaut wurde, nannten sie Tenochtitlán. Heute ist der See ausgetrocknet und die ehemalige Azteken Stadt befindet sich auf dem Gebiet der Megastadt Mexico City. Das Bild des Adlers aus der aztekischen Mythologie ziert jedoch noch heute die mexikanische Landesflagge. 

Aufstieg eines Reichs

Nach der Besiedlung der Insel im Texococo-See, bauten die Azteken ihren Einflussbereich stetig aus. Schnell dominierten sie andere Völker in der Region. Solange die besiegten Völker die geforderten Abgaben an die Herrscher der Azteken zahlten, durften sie zwar häufig ihre eigene Kultur und Herrschaftsform beibehalten, bei Verstößen schreckten die Azteken aber vor Sanktionen nicht zurück. Sich selbst nannten sie „Mexica“ und ihre Sprache „Nahuatl“. Die Hauptstadt Tenochtitlán zählte rund 100.000 Einwohner und wurde vom Zeitpunkt ihrer Gründung, bis zur Eroberung durch die Spanier um 1521 von 12 Herrschern regiert.

Leben und Kultur

Die Gesellschaft der Azteken kannte bereits ein Klassensystem und ab einem Alter von 15 Jahren herrschte eine Schulpflicht und eine Art Wehrpflicht erklärt die kriegerische Überlegenheit der Azteken gegenüber anderen Völkern. Auch in Sachen Architektur waren die Azteken begabt. Die Hauptstadt hatte einen symmetrischen Grundriss und Versorgungswege, die einen reibungslosen Transport von Waren und Lebensmitteln in die Stadt sicherstellten. Des weiteren waren die Azteken bekannt für die Herstellung von prunkvollen Schmuckstücken, Kunstwerken, Tongefäßen und Waffen aus Kupfer und Gold. Als Zahlungsmittel wurden allerdings Kakaobohnen verwendet, aus denen ein Getränk hergestellt wurde, das sich mit dem heutigen Kakao, wie wir ihn kennen, schwer vergleichen lässt. Der „Kakao“ der Azteken muss eine bittere Angelegenheit gewesen sein.

Laufen als Ritual

Die Existenz von 4 verschiedenen Wörtern für den Begriff "Laufen" - paina, tlaloa, totoca und tlacza - gibt uns eine Vorstellung von der Bedeutung, die das Laufen in der aztekischen Gesellschaft hatte. Eine Gottheit wurde wörtlich Paynal - der Läufer - genannt. Die Religion spielte eine große Rolle beim Laufen und umgekehrt - das Training wurde von jungen Jahren an von Priestern überwacht, und die Jungen mussten auch häufig an Zeremonien teilnehmen.

Ein besonders interessantes (und grausames) Beispiel war die Zeremonie des Neuen Feuers. Ein Opfer - in der Regel von höherem Rang als bei den regulären Festen - wurde geopfert und in der Brust ein Feuer entzündet, wodurch das Feuer heilig wurde. Damit wurden dann die Fackeln der Priester angezündet, die von den Läufern schnell zu den verschiedenen Tempeln des Reiches getragen werden mussten, damit sie dort ankamen, bevor das Feuer erlosch!

Mahlzeit: Insekten mit Tomatensauce

Zu den Hauptnahrungsmitteln der Azteken zählten Bohnen, Kürbis, Mais und Tomaten. Viele dieser Erzeugnisse stammten aus den schwimmenden Gärten des Texococo-Sees und nicht selten landeten Insekten und Tiere aus besagtem See auf dem Teller. Einige Wörter, die wir heute im Deutschen verwenden, sind Ableger aus dem Nahuatl. Beispiele hierfür sind Tomate (tomatl), Kakao (cacahuatl) oder Schokolade (xocolatl).

Religion, Opfergaben und Kannibalismus

Wie auch andere große Kulturen, verehrten die Azteken eine Vielzahl an Göttern, die ständig anwuchs, da es vorkam, dass sie Götter aus unterworfenen Völkern in ihre Religion übernahmen. Im 60 Meter hohen, steinernen Tempel, der den Mittelpunkt der Stadt darstellte, fanden zahlreiche Gottesverehrungen und rituelle Opferzeremonien statt. Sowohl Ausgrabungsfunde als auch Überlieferungen bestätigen, dass sowohl Menschenopfer als auch Kannibalismus zur Religion der Azteken gehörten. Geopfert wurden z.B. Sklaven, Kinder oder Kriegsgefangene. Die Opfer waren als Geschenk an die Götter zu verstehen. In welchem Ausmaß und wie regelmäßig Menschenopfer erbracht wurden, ist umstritten, da vermutet wird, dass die Spanier die Azteken als besonders barbarisch und grausam darstellen wollten.

Die Götter kommen- der Fall des Aztekenreichs

Um 1519 erreichten die ersten spanischen Eroberer, unter der Führung von Hernán Cortés, das Reich der Azteken und plünderten und zerstörten deren Kultur. Es wird überliefert, dass die Azteken die Spanischer zunächst als Gottheiten verehrt haben sollen, deren Rückkehr vorhergesagt wurde. Allerdings deutet vieles darauf hin, dass der damalige Herrscher Montezuma und auch sein Volk wussten, dass es mit der Übermacht der Spanier nichts Übernatürliches auf sich hatte, sondern dass deren technischer Vorsprung, Infrastruktur und eingeschleppte Krankheiten wie Pocken und Typhus, zu deren Sieg führten. Der Mythos der Rückkehr des Gotts Quetzalcoatl lässt den Untergang des Reiches allerdings wie eine tragische und unumgängliche Tragödie und nicht wie eine vermeidbare Niederlage wirken.

Das Gold der Azteken

Noch bevor die Spanier das Reich der Azteken erreicht hatten, ließen Geschichten über sagenhafte Schätze und Reichtümer, die spanischen Eroberer in einen Goldrausch verfallen. Als Hernán Cortés schließlich nach seiner Ankunft von Montezuma  tatsächlich mit wertvollen Geschenken aus Gold überschüttet wurde, brach ein regelrechtes Goldfieber aus, welches dazu führte, dass das ganze Land nach Gold durchsucht wurde. Alle Funde wurden mit Schiffen nach Spanien gebracht. Die meisten Gegenstände wurden eingeschmolzen, so dass eine Vielzahl an historischen Artefakten vernichtet wurde. Einige prunkvolle Schmuckstücke wurden allerdings erhalten und von den Damen des spanischen Hochadels getragen. Mit dem Gold der Azteken wurden große Teile der Eroberungskriege des spanischen Königshauses finanziert. Heute können einzelne Schmuckstücke in Museen betrachtet werden. Sie haben ihre Anziehungskraft nicht verloren und zeigen zu welch filigraner und präziser Arbeit die Azteken fähig waren.

Ziert eine aztekische Medaille bald auch deine Wand?

 

03. bis 05.09.21- Aztec Emperor Run - virtueller Lauf

Auch diese Saison bieten wir wieder einen historischen Lauf. Diesmal führt es uns zu den alten Azteken. Läufer bildeten ein Informationsnetz über das gesamte aztekische Reich. Im Abstand von rund 5km war je ein Laufposten eingerichtet. Die Titlanti, also die Läufer, konnten so eine Nachricht oder kleinere Waren binnen eines Tages über eine Distanz von bis zu 450km übermitteln. Laufe auch die Deinen Azteken-Lauf mit Deiner Titlanti-Distanz.

 

Bild 1 : K. Kris Hirst via ThoughtCo
Bild 2 : Luis Domenech via unsplash
Bild 3 : Sukhdev Benning via unsplash
Bild 4 : Chait Goli via pexels

 

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