„Das schönste Ziel der Welt ist Schmiedefeld“- wie der Rennsteiglauf zum Kultlauf wurde

Der Rennsteiglauf ist nicht irgendein Marathon, er ist der Kultlauf des ehemaligen Ostens, zu dem jedes Jahr circa 16.000 Läufer anreisen, um die drei Kernstrecken zu bezwingen. Roland Jahn hat uns Einblicke hinter die Kulissen dieses Laufspektakels gegeben. Der 60-jährige Läufer hat den Rennsteiglauf schon mehrfach absolviert und ist außerdem Feuer und Flamme für unseren Weltrekord-Lauf am 19.09.

VR: Roland, du bist ein absoluter Experte für den Rennsteiglauf, erzähl uns doch bitte, wie das alles seinen Anfang gefunden hat!

Roland Jahn: Den Lauf gibt es schon seit 1973, was ihn zu einem absoluten Traditionslauf macht. Damals haben sich vier Sportstudenten aus Jena im Thüringer Wald getroffen, weil sie sich vorgenommen hatten, dort die Laufstrecke von 100km zu knacken. Aus anfänglich 4 Teilnehmern wurden 12, dann 1000 und mittlerweile haben wir bis zu 16.000 Teilnehmer.

VR: Da braucht es wirklich gute Organisation! Wie läuft so ein Renntag ab?

Roland Jahn: Insgesamt gibt es drei Kernstrecken. Den Supermarathon mit 72,7km, den Marathon mit 42,1km und den Halbmarathon mit 21,5km. Normalerweise werden alle Strecken an einem Tag gelaufen, so dass sich am Ende alle im schönsten Ziel der Welt- in Schmiedefeld treffen. Knapp eine halbe Stunde nachdem der letzte Halbmarathonläufer im Ziel ist, läuft schon der erste Supermarathonläufer ein.

VR: Wie sah es letztes Jahr aus und was ist dieses Jahr geplant?

Roland Jahn: Letztes Jahr sind rund 7500 Menschen von zu Hause gelaufen, weil eine Veranstaltung vor Ort nicht möglich war. Dieses Jahr wird der Rennsteiglauf am 02. und 03. Oktober stattfinden. Die Supermarathonläufer starten am Samstag als Erste in der Früh am Marktplatz in Eisenach, gefolgt von den Marathonläufern, die in Neuhaus am Rennweg loslegen. Am Sonntag stehen dann noch die Halbmarathonläufer in den Startlöchern. 

VR: Wie oft bist du selbst schon mitgelaufen?

Roland Jahn: Ich bin bereits 25-mal mitgelaufen. Es ist einfach eine der schönsten Strecken, die man sich vorstellen kann. Nach dem ersten Lauf waren das pure Glücksgefühle und auch nach all den Jahren ist das immer noch ein erhebendes Gefühl! Rennsteigläufer zu sein ist einfach etwas ganz Besonderes. 

VR: Was ist für dich das Besondere am Rennsteiglauf?

Roland Jahn: Ich bin insgesamt etwa 65 Marathons auf der ganzen Welt (New York, Berlin) gelaufen, aber der Rennsteig ist das Nonplusultra. Die einzigartige Organisation, Verpflegung, das Gemeinschaftsgefühl, der Lauf in der Natur, keine teuer eingekauften Stars, sondern die Verbindung der Teilnehmer. Durch das jährliche Wiedertreffen mit den Lauffreunden aus dem ganzen Land, herrscht einfach ein Familiengefühl, gerade weil viele Teilnehmer Wiederholungstäter sind, die bis zu 40-mal teilgenommen haben. Auch das Gefühl diese anspruchsvolle Strecke gemeinsam zu bewältigen- das ist alles hochemotional. 

VR: Der jährliche Rennsteiglauf ist aber nicht deine einzige Herausforderung. Du bist sportlich sehr aktiv und auch ein großer Fan unseres Weltrekordversuchs am 19.09.

Roland Jahn: Sport bestimmt mein Leben. Dadurch, dass ich schon an zahlreichen Läufen, Radrennen und Triathlons teilgenommen habe und damit auch immer wieder wohltätige Zwecke unterstütze, bin ich natürlich gut vernetzt und bekomme viel mit. Über einen Kollegen bin ich dann auf euren Weltrekordversuch aufmerksam gemacht worden und war sofort dabei.

VR: Allerdings hast du mehr gemacht, als nur dich selbst anzumelden, richtig?

Roland Jahn: Dass ich selbst daran teilnehmen werde, stand für mich sofort fest. Mein Motto ist: Nix tun kann jeder! Deshalb habe ich dann zusätzlich den Ehrgeiz entwickelt, dass so viele Leute wie möglich aus meinem Umfeld sich für den Weltrekordlauf anmelden. Aktuell habe ich schon über 90 Teilnehmer gewinnen können!

VR: Dir liegt viel daran auch andere zum Sport zu motivieren, oder?

Roland Jahn: Ich möchte einfach unterschiedliche Leute zusammenbringen und sie für den Sport begeistern. Egal ob sie gesundheitliche Baustellen haben oder etwas stabiler sind. Die Leute sollen in dieser komischen, verrückten Pandemiezeit miteinander verbunden werden, um eine Gemeinschaft zu schaffen. Egal ob 89jähriger der den Brocken hochwandert, Intensivkrankenschwester, Polizist oder Lagerarbeiter. Ich suche Menschen mit Herz, die alle für das gleiche Ziel kämpfen: Weltrekordmitknacker.

VR: Du lebst den Sport ja wirklich, wie ist es dazu gekommen?

Roland Jahn: Ich war in der Schule immer der kleine Dicke. Ich bin zwar nur 1,68m groß, musste aber trotzdem immer ins Tor und wurde als letzter gewählt. Um das zu ändern habe ich mir bewegungsintensive Sportarten gesucht und bis zum Schulabschluss habe ich es zum Sportbesten geschafft. Heute laufe ich jeden Morgen meine 10-12 km. Für mich gibt es nichts Schöneres als früh um 05.00 im Wald beim Laufen meine Gedanken zu sortieren. Bewegung tut uns allen gut, deshalb engagiere ich mich da auch sehr und freue mich, Teil des Weltrekordversuchs zu sein. Für mich selbst werde ich auch ein Video mit meinen Teilnehmern machen, um das alles festzuhalten!

VR: Vielen Dank Roland, dass du dir die Zeit genommen hast mit uns zu sprechen und auch für dein sportliches Engagement! Wer noch nach der richtigen Motivation sucht, kann sich von dir auf jeden Fall eine Scheibe abschneiden!

 

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Bilder 1-5 Roland Jahn

1 Kommentar

  • Toller Beitrag – Respekt vor so viel Engagement und Einsatz lieber Roland. Ausdauer ist durch nichts zu ersetzen… auch in diesem Bereich nicht – weiter so!

    Walter Wirth

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