Eine kurze Geschichte des Marathon

Der Marathonlauf zählt zu den populärsten Sportarten des 21. Jahrhunderts. Eine besondere Herausforderung, die einiger Vorbereitung bedarf, am Ende aber den Läufer zu Recht mit Stolz erfüllt, immerhin handelt es sich um ein Zeichen besonderer Stärke und Willenskraft.

Der ein oder andere von uns hat sich aber bestimmt schon mal über die Länge der Strecke, die 42.195 Kilometer beträgt, gewundert und sich die Frage gestellt, was denn gegen eine gerade Zahl wie 40 spricht. Auch der Name Marathon erscheint dann doch etwas exotisch.

Schauen wir uns die Ursprünge dieser ikonischen Sportart also ein wenig genauer an.

Vor langer, langer Zeit...

Keine Sorge, falls du den Geschichtsunterricht eher als Gelegenheit für ein kleines Nickerchen gesehen hast, wir steigen nicht zu sehr in die Tiefe ein.

Im 5. Jahrhundert vor Christus bestand das Antike Griechenland aus einer Ansammlung rivalisierender Stadtstaaten, die sich nie wirklich darauf einigen konnten, wer denn nun die Vorherrschaft auf der Halbinsel behalten soll. Dies führte dazu, dass Städte wie Athen, Sparta, Theben und Korinth eigentlich ständig in Konflikte miteinander verwickelt waren. Und wie so oft in der Griechischen Geschichte haben auch die Götter ein Wörtchen mitzureden.

Es gab allerdings eine Angelegenheit, bei der sich die streitliebenden Nachbarn ausnahmsweise einig waren und zwar, den gemeinsamen Feind Persien aus ihrem Territorium fernzuhalten...

Der erste professionelle Läufer?

Die Legende, um die es heute geht, handelt von dem jungen Griechen Philippides, dessen Job es war, den lieben langen Tag zu laufen. Er war sozusagen Laufbotschafter von Beruf, was sich von der Jobbeschreibung unserer Laufbotschafter allerdings stark unterscheidet. Da die Menschheit in der Antike leider nicht die Möglichkeit hatte, über WhatsApp oder das Versenden einer SMS kurz nach dem Stand der Dinge zu fragen, mussten die Herrscher der Zeit - bevorzugt junge - Kuriere anstellen, die über das Griechische Festland sausten um wichtige Nachrichten zu überbringen.

Männer wie Philippides waren äußerst gut trainierte Langstreckenläufer. Als es also mal wieder Ärger mit den Persern gab, war es dessen Aufgabe, ein Hilfegesuch aus Athen nach Sparta zu überbringen, um Unterstützung gegen die Invasoren zu erbeten. Die Strecke zwischen den zwei Städten, die bescheidene 240 Kilometer beträgt, legte er der Sage nach in zwei Tagen zurück nur um dann dieselbe Strecke wieder zurückzukehren. Doch kaum angekommen, musste er feststellen, dass die Spartaner wohl nicht mehr rechtzeitig zur Hilfe eilen würden, da die Perser bereits in der Nähe der Stadt Marathon mit ihren Schiffen angelegt hatten und eine erbitterte Schlacht um die Zukunft Griechenlands im vollen Gange war. Ohne zu zögern, machte sich Philippides auf den Weg nach Marathon, wo zu seiner Überraschung ein entscheidender Sieg für die Griechen errungen wurde.

Philippides wusste, dass in der Heimat alle dem Ausgang der Schlacht entgegenfieberten, weshalb er nicht eine Sekunde zögerte und zurück nach Athen rann, um dort den Sieg seiner Landsleute zu verkünden - die Distanz soll der Sage nach etwa 40 Kilometer betragen haben. In Athen angekommen verkündete er mit letzter Kraft lautstark den Sieg mit den Worten "Nikomen", was so viel wie "Wir haben gewonnen" bedeutet, woraufhin er entkräftet zusammenbrach und starb - und somit zur Legende wurde.

Wieso also...

...42.195 Kilometer? Leider können wir weder mit Sicherheit sagen, ob die Geschichte von Philippides jemals so stattgefunden hat, wie es die antiken Schriftsteller Herodotus und Plutarch darstellen, noch die genaue Distanz, die der junge Läufer zurückgelegt hat. Die Strecke zwischen Marathon und Athen, die er wahrscheinlich zurückgelegt hätte, beträgt nach moderner Einschätzung außerdem 36 Kilometer.

Die wahrscheinlichste Erklärung hat einen etwas weniger romantischen Hintergrund als die Griechische Sage. Im Jahr 1896 wurden die Olympischen Spiele wieder eingeführt und mit ihnen der Marathonlauf als Bestandteil der Wettkämpfe, jedoch ohne standardisierte Streckenlänge. Im Jahr 1908 fanden die Spiele in London statt, wo zu diesem Anlass ein neues Stadium erbaut wurde. Der Streckenlauf des Marathons sollte beginnend am Schloss Windsor bis zum White City Stadium führen und eine Länge von 25 Meilen (was etwa 40 Kilometern entspricht) aufweisen. Allerdings stellte sich heraus, dass aufgrund einer Fehlkalkulation die Distanz doch etwas länger ausfiel, um genau zu sein 42.195 Kilometer. Da in diesem Jahr ein besonders spannender Wettkampf stattfand und die Ergebnisse der folgenden Jahre vergleichbar bleiben sollten, einigten sich die Veranstalter 1921 auf die standardisierte Distanz von 42.195 Kilometer, woran sich bis heute nichts mehr geändert hat.

Aber auch wenn die Geschichte vielleicht nicht wie von antiken Quellen beschrieben stattgefunden hat - das Vermächtnis von Philippides und des Marathons bleibt eine Inspiration für Menschen auf der ganzen Welt.

 

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Bild 1 : Sherise VD via unsplash
Bild 2 : Miguel A. Amutio via unsplash
Bild 3 : Mārtiņš Zemlickis via unsplash
Bild 4 : Miguel A. Amutio via unsplash

2 Kommentare

  • Hallo Steffanos,
    danke für deinen Kommentar. Lese ich das also richtig, dass du dir einen weiteren Blog zum Marathon wünschst, in dem wir das Thema noch ausführlicher behandeln?
    Ich werde deine Anregung an die Redaktion weitergeben ;)

    Deine VirtualRunners Familie

    Andreas
  • Wenn schon Historie, dann sollte man aber AUF JEDEN FALL erwähnen,
    - wer den ersten offiziellen Marathon gewonnen hat !
    - wer den ersten Olympiasieg errang
    und
    - was Marathon überhaupt bedeutet !

    Steffanos

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