Eine kurze Geschichte des Marathon II

Schon wieder Geschichte? 

In unserem letzten Blog zur Geschichte des Marathons haben wir erfahren, dass die Ursprünge dieses beliebten Wettkampfes - wie so oft - in Griechenland zu finden sind. Doch mehr als 2000 Jahre lang war die Legende nur Gelehrten zugänglich, die die alten Texte von Herodot und Plutarch studierten.

Der Erste, der die Geschichte zurück ins Rampenlicht brachte, war der berühmte englische Dichter Robert Browning im Jahre 1879 mit seinem Gedicht Pheidippides, welches den historischen Kontext zwar nicht ganz korrekt widerspiegelte, aber trotzdem den jungen griechischen Läufer Philippides zurück ins Gedächtnis der Öffentlichkeit holte.

Die modernen Olympischen Spiele

Im späten 19. Jahrhundert, kurz nachdem Robert Browning seinen Text veröffentlicht hatte, entstand die Idee einer Großveranstaltung, in der verschiedene Länder sich in sportlichen Wettkämpfen messen konnten. Die Organisatoren, allen voran der französische Aristokrat Pierre de Coubertin, entworfen Pläne, die uralte Tradition der Olympischen Spiele, die in der griechischen Antike abgehalten wurden, wieder auferstehen zu lassen.

Ursprünglich wurden diese ungefähr seit dem Jahr 776 vor Christus zu Ehren der wichtigsten griechischen Gottheit Zeus veranstaltet. Zum damaligen Zeitpunkt waren die Spiele von großer Bedeutung, nicht nur, weil Ruhm und Ehre auf die teilnehmenden Sportler warteten, sondern auch, da während der Wettkämpfe, die alle 4 Jahre stattfanden, eine Waffenruhe zwischen den Stadtstaaten ausgerufen wurde, um den Athleten sicheres Geleit zu den Spielen gewährleisten zu können.

Namensgeber der antiken Großveranstaltung ist der Berg Olymp, auf dessen Spitze der griechischen Mythologie zufolge die Götter lebten. Allerdings fand diese Tradition ein abruptes Ende, als die Römer im Jahr 394 Anno Domini das Christentum zur Staatsreligion ausriefen und alle heidnischen Rituale in ihrem Territorium, zu dem Griechenland zu diesem ungünstigen Zeitpunkt gehörte, verbieten ließen. Mehr als 1500 Jahre lang, wurden keine Olympischen Spiele mehr abgehalten bis...

...zum Jahr 1896! Die neuen Olympischen Spiele sollten ein noch viel größeres Spektakel werden, mit Athleten aus der ganzen Welt. Schauplatz war auch diesmal wieder Griechenland und wer hätte gedacht, dass auch diesmal ein griechischer Läufer im Mittelpunkt stehen wird.

Ein Nationalheld

Obwohl die griechischen Athleten bei weitem zahlreicher als die ausländischen Teilnehmer waren, blieben sie dem weitgehend heimischen Publikum lange einen Sieg in einer Leichtathletik-Disziplin schuldig. Der erste Marathon-Lauf bei den Olympischen Spielen stellte sich als einer der härtesten Wettkämpfe heraus, nur wenige der Läufer schafften es überhaupt ins Ziel.

Aus einer armen Familie stammend war der griechische Läufer Spyridos Louis zu Beginn definitiv ein Außenseiter, denn unter seinen Mitstreitern befanden sich bereits berühmte Kurzstreckenläufer.

Schon in jungen Jahren half Spyridos seinem Vater die Familie zu versorgen, indem er Mineralwasser von seinem Heimatort Marousi nach Athen transportierte. Während er im Militär diente, wurden seine Fähigkeiten als Läufer bereits bemerkt und ein paar Jahre später, erinnerte sich einer seiner ehemaligen Vorgesetzten an ihn, als es darum ging, Läufer für die griechische Mannschaft bei den Olympischen Spielen zu finden.

Am Tag des Laufs stellte er sich dann tatsächlich als schnellster Teilnehmer heraus. Er lief 40 Kilometer in 2 Stunden 58 Minuten und 50 Sekunden, ein Sieg, der zu wilder Euphorie unter seinen Landsleuten führte und ihn schließlich zum Nationalhelden machte.

Zu seinen Verehrern gehörte auch das griechische Königshaus und unter den Geschenken, die ihm für seinen Sieg zuteilwurden, fand sich Sonderbares wie lebenslänglich kostenlose Haarschnitte bei einem örtlichen Friseur.

Leider sollte es aber nicht nur der erste, sondern vorerst auch letzte griechische Sieg beim Marathonlauf bei den Olympischen Spielen bleiben. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert dominieren vor allem afrikanische Athleten die Sportart.

Trotzdem führt Spyridos in gewisser Weise die Tradition von Philippides fort, den Marathon zu einem inspirierenden Event zu machen und zu seiner heutigen Beliebtheit beizutragen.

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