Mehr Pfeffer beim Laufen durch Salz!

Salz für Läufer

Natriumarm“ – das Zauberwort unserer Zeit. Salz gilt als „Bäh!“, es soll schließlich Bluthochdruck fördern, Übergewicht begünstigen und, und, und. So kommt es, dass viele Läufer vorsichtig mit Salz umgehen. Und am liebsten natriumarmes Wasser trinken. Dabei ist für Sportler das richtige Essen und Trinken besonders wichtig! In diesem Artikel erzählen wir dir, warum es keine gute Idee ist auf Salz zu verzichten und wieso ein bisschen Salz dich sogar schneller machen kann.

Im Jahr 1989 wagte der SPD-Politiker Karl-Joseph Lauterbach ein ungewöhnliches Experiment: Er hörte auf, gesalzene Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Nur das Salz, das in den Lebensmitteln ohnehin enthalten ist, ließ er gelten. Mit seinem Verzicht kam er so gut klar, dass er bis heute dabei geblieben ist. Es geht ihm damit bestens. Ist es also gesund, salzarm zu leben?

 

Wozu brauchen wir eigentlich Salz?

Fest steht: Salz ist lebensnotwendig. Natrium reguliert unseren Wasserhaushalt, leitet Nervenimpulse und ist entscheidend für die Funktionen des Herzens und der Muskeln insgesamt. Salz sorgt für die richtige Nährstoffbalance in den Zellen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Dosis von maximal 6 Gramm Kochsalz pro Tag für erwachsene Menschen. Wer besonders viel verarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt, wie Wurst, Fast Food oder Chips kommt hingegen schnell auf 10 Gramm und mehr.

 

Die Sache mit dem Schweiß.

Diese Werte klingen danach, als müssten wir uns um unseren Salzhaushalt wenig Sorgen machen – offenbar nehmen wir automatisch bereits eher zu viel zu uns. Bei Ausdauersportlern sieht das Ganze allerdings etwas anders aus. Im Sommer verlieren Läufer auch schon mal 3 Gramm Salz pro Stunde – die weißen Ränder auf den T-Shirts und das gepökelte Gefühl an den Schläfen bringen es an den Tag. Wie viel Salz man tatsächlich verliert, ist von Läufer zu Läufer unterschiedlich und hängt unter anderem mit der Neigung zum Schwitzen zusammen. Sogenannte „salty sweater“ verlieren dabei mit ihrem Schweiß besonders viel Natrium.

 

Wenn die Wade dicht macht.

Wer häufiger mit Wadenkrämpfen zu tun hat, denkt meist an einen Magnesiummangel und gönnt sich ab und zu ein Brausetablettchen – oft mit mäßigem Erfolg. Wenig bekannt ist hingegen, dass Probleme mit Krämpfen oft auf einen Natriummangel zurückzuführen sind. Der kann leicht entstehen, wenn bei starkem Schwitzen das Falsche getrunken wird. Leitungswasser (zum Beispiel aus Brunnen an der Strecke), natriumarmes Mineralwasser und selbst die berühmte Apfelschorle helfen hier nicht nur wenig, sie sind in großen Mengen sogar kontraproduktiv. Zu viel natriumarme Flüssigkeit schwemmt Mineralien regelrecht aus dem Körper und verändert dadurch den natürlichen osmotischen Druck im Blut. Der Fachausdruck dafür heißt Hyponatriämie. Sie kann im Extremfall zu Übelkeit, Benommenheit und sogar einem lebensgefährlichen Hirnödem führen.

 

Na dann Prost!

Also: Auf das richtige Getränk kommt es an. Und das unabhängig von der Geschwindigkeit. Im Gegenteil – langsamere Läufer brauchen auch länger und müssen deshalb besonders auf ihren Salzhaushalt achten. Es muss nicht immer gleich ein teures Elektrolytgetränk sein – es genügt, wenn das Getränk für unterwegs 250 – 1000 mg Salz/Liter enthält. Eine kleine Prise reicht damit völlig aus. Insbesondere, wenn ihr regelmäßig länger als eine Stunde unterwegs seid, solltet ihr (auch) an Salz denken. Das Mineralwasser, das für Babynahrung geeignet ist, ist für passionierte Läufer nicht die richtige Wahl – gönnt euch lieber ein mineralstoffreiches Wasser, was neben Natrium besonders auch Kalzium und Magnesium enthält, am besten im Verhältnis 2:1.

Fazit: Mit dem richtigen natriumhaltigen Getränk bist du auch im Sommer optimal versorgt, vor Krämpfen gefeit und dein Körper kann genau die Leistung bringen, die er drauf hat.


Wie fandest du diesen Artikel? Hast du etwas dazu gelernt und wirst dich jetzt anders vorbereiten aufs Laufen? Schreib uns!

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Deine VirtualRunners Familie

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Bild von Jason Tuinstra via Unsplash

 

3 Kommentare

  • Danke für die Info , das mit dem Natrium war mir so nicht bekannt .

    Martina
  • Vielen Dank für die umfangreiche Info. Ich werde dies in Zukunft noch mehr berücksichtigen.

    Jürgen Hagmann
  • Stimmt! Ich habe oft mit Wadenkrämpfen zu tun und habe immer nur an Magnesiummangel gedacht!
    Jetzt versuche ich das richtige Getränk zu mixen. Danke!

    Jola

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